2,7 Mio. EUR für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Carl-Zeiss-Stiftung startet umfangreiches Förderprogramm – Strukturreform der Carl-Zeiss-Stiftung ist großer Erfolg

“Ernst Abbe wäre sehr zufrieden“ meinte Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg als Vorsitzender der Stiftungsverwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung bei der Vorstellung des ersten Förderprogramms der Stiftung nach einer im Jahre 2004 vollzogenen Stiftungsreform.

Das Ende 2006 ausgeschriebene Nachwuchs-Förderprogramm der Carl-Zeiss-Stiftung sieht eine Förderung von Doktoranden, Postdoktoranden und Juniorprofessuren vor. Entsprechend den Vorgaben des Statuts beschränkt sich die Fördertätigkeit der Carl-Zeiss-Stiftung auf die Bundesländer, in denen die Stiftung oder die Stiftungsunternehmen ihren Sitz haben, das sind die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Thematisch konzentriert sich die Fördertätigkeit auf den Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Die Ausschreibung fand bei den Hochschulen starke Resonanz. Insgesamt gingen 56 Anträge ein, die von einer Gutachtergruppe unter dem Gesichtspunkt der wissenschaftlichen Exzellenz bewertet wurden. Auf der Grundlage der Empfehlungen dieser Gutachtergruppe wurden insgesamt 22 Anträge in die Förderung aufgenommen.

Gefördert werden:

  • 14 Doktoranden,
  • 4 Postdoktoranden,
  • 4 Juniorprofessuren

Die Förderung hat am 1. Juni 2007 begonnen. Das finanzielle Gesamtvolumen der Förderung beläuft sich auf insgesamt rd. 2,7 Mio. EUR.

Zum Wintersemester 2007/2008 ist die Ausschreibung einer weiteren Runde des Nachwuchsförderprogramms mit vergleichbarem Fördervolumen vorgesehen.

Darüber hinaus plant die Stiftungsverwaltung mit einem Volumen von etwa 3 Mio EUR die Ausschreibung einer zweiten Förderlinie, um Forschungsschwerpunkte an Hochschulen zu fördern, die das wissenschaftliche Potential haben, bei entsprechender Förderung zur Spitzengruppe im jeweiligen Forschungsbereich aufzuschließen. Das Programm soll dabei ganz bewusst nicht in Konkurrenz zur „Exzellenzinitiative“ von Bund und Ländern treten, bei der nur interdisziplinär breit aufgestellte Forschungscluster eine Chance haben. Die Stiftung möchte mit ihrem Programm gezielt Bemühungen von Hochschulen unterstützen, die sich vorgenommen haben, den Wettbewerb mit führenden Forschergruppen an anderen Standorten aufzunehmen, aber noch Unterstützung bei ihrer Infrastruktur benötigen.

Das erfolgreich begonnene Nachwuchsförderprogramm illustriert beispielhaft den positiven Effekt der Stiftungsreform, die sich auch bei den Stiftungsunternehmen außerordentlich positiv ausgewirkt hat. 115 Jahre nach ihrer Gründung durch den Physiker Ernst Abbe, hat die Carl-Zeiss-Stiftung im Jahre 2004 durch Anpassung ihres Statuts an veränderte Rahmenbedingungen, insbesondere durch Ausgliederung der beiden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss und SCHOTT eine Reform ihrer organisatorischen Struktur vollzogen.

Heute, wenige Jahre später, erweist sich diese Reform für alle Beteiligten, die Carl-Zeiss-Stiftung, die Stiftungsunternehmen, die Beschäftigten dieser Unternehmen und nicht zuletzt auch für die Förderung der Wissenschaft als ein großer Erfolg.

Bis zu ihrer Überführung in die Rechtsform von Aktiengesellschaften waren die beiden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss, Oberkochen, und SCHOTT, Mainz, voll in die Stiftung integriert. Zunehmend erwies sich diese Integration mit Blick auf die notwendige Schnelligkeit mancher unternehmerischen Entscheidung und die fehlende internationale Akzeptanz der Rechtsform einer Stiftung als Unternehmensträger für die global aufgestellten Unternehmen als Wettbewerbshemmnis. Auch die Tätigkeit der Stiftung bei der Förderung der Wissenschaft war vor der Reform deutlich begrenzt.

Durch die Neuordnung wurden die Verantwortungsbereiche, die sich früher unter dem gemeinsamen Dach der Stiftung mit ungenügender Trennschärfe auf Unternehmen und Stiftung verteilten, klarer zugeordnet und damit Entscheidungsprozesse effizienter gemacht. In der rechtlichen Form von Aktiengesellschaften unterliegen die Carl Zeiss AG und die SCHOTT AG heute uneingeschränkt den Regelungen des Aktienrechts; so werden beispielsweise die Vorstände der Unternehmen nicht mehr von der Stiftungsverwaltung bestellt, sondern vom zuständigen Aufsichtsrat. Die unternehmerische Verantwortung liegt ausschließlich bei den Organen der beiden Aktiengesellschaften.

Die Carl-Zeiss-Stiftung ist zu 100% Alleininhaberin der Aktien der Stif-tungsunternehmen. Die Ausübung der Aktionärsrechte insbesondere bei den Hauptversammlungen obliegt dem aus drei hochkarätigen Vertretern der Wirtschaft zusammengesetzten Stiftungsrat. In Abhängigkeit von der Höhe der Konzern-Eigenkapitalquote erhält die Stiftung eine Gewinnausschüttung, die sich aus einer im Stiftungsstatut festgelegten Quotenregelung ableitet. Die Entscheidung über die konkrete Ausschüttung innerhalb des vorgegebenen Rahmens trifft der Stiftungsrat. Der Erfolg der Stiftungsunternehmen ist somit die Grundlage für Umfang und Erfolg der Fördertätigkeit der Stiftung.

In der Zeit nach der Stiftungsreform konnte – nicht zuletzt dank dieser Reform – die Ertragskraft der Stiftungsunternehmen spürbar gesteigert werden, was der Stiftung nun verstärkt die Möglichkeit gibt, der ihr vom Stifter zugedachten Aufgabe einer Förderung der Wissenschaft auch gerecht zu werden.

Zur Beantwortung von Fragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Dr. Klaus Herberger
Geschäftsführer der Stiftungsverwaltung
der Carl-Zeiss-Stiftung
Leitender Ministerialrat im
Ministerium für Wissenschaft, Forschung
und Kunst Baden-Württemberg
Königstraße 46
70173 Stuttgart
Tel.: 0711/279-3310
Fax: 0711/279-3210