1990 - 2014

Unterzeichnung der Biebelrieder Erklärung


1990

Nach Öffnung der Mauer sollen die beiden Stiftungen und ihre Stiftungsunternehmen in Ost und West wieder zusammengeführt werden. In der Biebelrieder Erklärung vom Mai 1990 erklären die Vorstände der beteiligten Unternehmen, dass der Zusammenschluss aller Unternehmen in einer Carl-Zeiss-Stiftung angestrebt werde.

1991

In einer Grundsatzvereinbarung zwischen den Landesregierungen von Baden-Württemberg und Thüringen, der Treuhandanstalt und den beteiligten Unternehmen wird u. a. die Zusammenführung beider Carl-Zeiss-Stiftungen in einer Carl-Zeiss-Stiftung mit Sitz in Heidenheim an der Brenz und Jena sowie die Übernahme des Optik- und des Glaskern-
geschäftes des VEB Carl Zeiss Jena durch Carl Zeiss in Oberkochen und Schott in Mainz beschlossen.

1992

Staatsvertrag zwischen den Ländern Baden-Württemberg und Thüringen über die Rechtsverhältnisse der Carl-Zeiss-Stiftung.
Gründung der Ernst-Abbe-Stiftung in Thüringen, auf die das nichtindustrielle Vermögen der Carl-Zeiss-Stiftung Jena übertragen wird.

1996

Das Statut wird in Anlehnung an die Grundsatzvereinbarung von 1991 abgeändert. Als Stiftungsverwaltung wird ein fünfköpfiges Kuratorium bestehend aus den für die wissenschaft-
lichen Hochschulen der Länder Baden-Württemberg und Thüringen zuständigen Ministern, dem Vorsitzenden des Vorstands der Kreditanstalt für Wiederaufbau, dem Vorsitzenden des Vorstands des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft vorgesehen. Die mit der Einsetzung des Kuratoriums verbundene Erwartung, dass eine Verbreiterung der Kompetenz in der Stiftungsverwaltung die seit längerer Zeit schon erkennbaren Strukturprobleme der bestehenden Stiftungsorganisation gegenstandslos machen könnte, erweist sich als nicht realistisch. Bei den Stiftungsorganen setzt sich die Erkenntnis durch, dass nur eine grundlegende Anpassung des Status an die zwischenzeitlich eingetretenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Veränderungen die strukturellen Probleme der Stiftung lösen kann.

2000

Beginn der Beratungen über die Neufassung des Stiftungsstatuts. Einigkeit besteht darin, dass die gravierenden Veränderungen des Steuer-, Arbeits- und Gesellschaftsrechts und die inzwischen deutlich unterschiedlichen Geschäftstätigkeiten der Stiftungsunternehmen eine grundlegende Reform erfordern. Auf der anderen Seite gibt es jedoch bei den Organen der Stiftung und den verschiedenen Vertretungen der Mitarbeiter sehr unterschiedliche Vor-
stellungen, in welchem Umfang das Statut angepasst werden kann und soll. Es kommt zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Im Ergebnis bestätigt schließlich das Oberlandesgericht Stuttgart die grundsätzliche Möglichkeit einer Anpassung des Statuts an veränderte Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der vom Statut festgelegten Voraussetzungen.

2004 – Jahr der grundlegenden Stiftungsreform –

Durch Ausgliederung der Unternehmen Carl Zeiss und Schott aus der Stiftung unter Errichtung selbständiger Aktiengesellschaften, deren alleinige Aktionärin die Carl-Zeiss-Stiftung ist, wird der bisherige Haftungsverbund zwischen den beiden Stiftungsunternehmen aufgelöst. Die Stiftung wandelt sich von einer unmittelbaren Unternehmensträgerstiftung zu einer Beteiligungsträgerstiftung.

Mit dem Wirksamwerden der Ausgliederung der Stiftungsunternehmen durch entsprechenden Eintrag im Handelsregister tritt am 1. Juli 2004 das an die veränderten Rahmenbedingungen angepasste Stiftungsstatut in Kraft. Wie vor 1996 wird die Stiftungsverwaltung wieder von den beiden für die wissenschaftlichen Hochschulen der Länder Baden-Württemberg und Thüringen zuständigen Ministern wahrgenommen, die von einem Geschäftsführer und einem stellvertretenden Geschäftsführer unterstützt werden. Die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Belange der Stiftung gegenüber den Stiftungsunternehmen, insbesondere auch die Ausübung der Rechte der Stiftung aus den Aktienanteilen, liegt in den Händen eines dreiköpfigen Stiftungsrats. Die Vorstände der Stiftungsunternehmen bilden zusammen den Vorstandsbeirat, der bei wichtigen Entscheidungen der Stiftung beratend beteiligt wird. Die bisherigen Regelungen des Statuts zur Struktur der Unternehmen und zur rechtlichen Stellung der Mitarbeiter werden mit den aktuellen Bestimmungen des Unternehmens-, Aktien- und Arbeitsrechts abgeglichen und in dem jeweils notwendigen Umfang harmonisiert. Nach wie vor relevante und wichtige Regelungen für die Rechtstellung der Mitarbeiter werden im geänderten Statut aufrechterhalten (§§ 15-23) und nun auch auf die Mitarbeiter der inländischen Betriebe der verbundenen Unternehmen der Stiftungsunternehmen erweitert.

2006

Erste Dividendenausschüttung der Stiftungsunternehmen an die Stiftung ermöglichen die Aufnahme eines Programms zur Förderung von Doktoranden, Post-Doktoranden und Juniorprofessuren an Hochschulen der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

2007

Erweiterung der Fördertätigkeit der Stiftung durch ein Programm zur Stärkung von Forschungsstrukturen an Universitäten der drei o. a. Sitzländer.

2012

Die Fördertätigkeit der Stiftung wird nochmals durch ein Programm zur Förderung von Stiftungsprofessuren erweitert.

2013

Gemeinsam mit der German Scholars Organization (GSO) startet die Carl-Zeiss-Stiftung ein Wissenschaftler-Rückkehrprogramm.

2014

Die Carl-Zeiss-Stiftung feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird mit einer Festveranstaltung am 19. Mai, dem Gründungstag, in Jena im Beisein des Ehrengastes Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel begangen. Des Weiteren findet am 17. Juli in Stuttgart ein hochkarätig besetztes Symposium zum Thema “Die Stiftung als ein Unternehmensmodell der Zukunft: Chancen und Risiken” statt.