Steuernachforderungen im Nachwuchsförderprogramm

Seit 2007 vergibt die Carl-Zeiss-Stiftung im Nachwuchsförderprogramm Stipendien für Doktoranden/innen. Diese wurden unter der Annahme, dass die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 44 EStG vorliegt, bisher steuerfrei gewährt.

Diese Rechtsauffassung wird nun von den Finanzämtern bestritten. Die Frage der Besteuerung der Stipendien wurde dem Bundesfinanzministerium zur Prüfung vorgelegt, welches Ende 2017 entschieden hat, dass die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit gem. § 3 Nr. 44 EStG bei den Stipendien der Carl-Zeiss-Stiftung nicht vorliegen. Die Finanzämter wurden angewiesen, die Stipendien auch rückwirkend zu besteuern. Aufgrund der im Steuerrecht regelmäßig geltenden Verjährungsfrist von sieben Jahren sind potentiell alle ab 2011 gewährten Promotionsstipendien der Stiftung betroffen.

Die Carl-Zeiss-Stiftung wird die betroffenen Stipendiaten/innen nicht mit den Steuernachforderungen allein lassen, sondern auf Antrag eine rückwirkende Erhöhung des Stipendiums gewähren, die die individuelle Steuerpflicht der Stipendiaten/innen grundsätzlich berücksichtigt. Eine Information über den Vorgang und den weiteren Antragsprozess soll in Kürze an alle Stipendiaten/innen über deren jeweilige Hochschulen erfolgen. Derzeit findet die Auswahl eines externen Dienstleisters statt, der für die Einzelfallbetrachtung und -berechnung erforderlich sein wird.

Sollten Sie von den Nachforderungen betroffen sein, wenden Sie sich bitte an Herrn Matthias Stolzenburg in der Geschäftsstelle der Carl-Zeiss-Stiftung (Tel.: 0711-279-3255; E-Mail: matthias.stolzenburg@mwk.bwl.de).

Pressemitteilung vom 03. Mai 2018

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Die Carl-Zeiss-Stiftung

Die Carl-Zeiss-Stiftung ist eine seit 1889 bestehende und von Ernst Abbe gegründete Stiftung. Gemäß der Intention ihres Stifters fördert sie Wissenschaft und Forschung im Bereich der Natur- und Ingenieurwissen-
schaften. Die Fördertätigkeit ist dabei auf die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen begrenzt.