Carl-Zeiss-Stiftung verstärkt die Förderung von Wissenschaft und Forschung

6,7 Mio. EUR für Forschungsstrukturen und den wissenschaftlichen Nachwuchs

Mit Programmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Fortentwicklung interdisziplinärer Forschungsstrukturen setzt die Carl-Zeiss-Stiftung ihre erfolgreiche Fördertätigkeit in den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen fort.

Im Rahmen des Programms zur Stärkung von Forschungsstrukturen an Universitäten erhalten die Universitäten Hohenheim, Jena, Kaiserslautern und Tübingen über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 3,4 Millionen Euro. Das Programm dient der strukturellen Verbesserung der Arbeitsbedingungen interdisziplinär aufgestellter Forschergruppen auf ihrem Weg zur Spitzenforschung. Auf der Grundlage der Empfehlungen einer mit anerkannten Wissenschaftlern besetzten Gutachterkommission wurden aus einer Reihe exzellenter Anträge folgende Strukturkonzepte zur Förderung bewilligt:

  • Universität Hohenheim: Hohenheimer Multisensorplattform und Geodatenmanagementsystem für Precision Farming Experimente
    Ziel der Hohenheimer Forschergruppe ist die Schaffung einer Geodaten-Plattform mit nationaler und internationaler Zugriffsmöglichkeit für alle feldrelevanten Sensorinformationen im Precision Farming. In Hohenheim besteht dafür die in Deutschland einmalige Möglichkeit, die erhobenen Daten auf dem angeschlossenen Versuchsgut Ihinger Hof auch in der Praxis anzuwenden. Die Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung hilft, die landwirtschaftliche Forschung in Hohenheim auf dem Gebiet des Precision Farming weiter zu festigen und auf internationalem Spitzenniveau auszubauen.
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena: Abbe Center of Photonics
    Mit dem Abbe Center of Photonics wird die bereits durch die Abbe School of Photonics etablierte Kooperation zwischen Optik/Photonik und Material- und Biowissenschaften in der Lehre auf die Forschung ausgeweitet. Aus den Mitteln der Carl-Zeiss-Stiftung soll unter anderem eine Nachwuchsgruppe „Mikroskopiemethoden mit höchster Orts- und Zeitauflösung“ etabliert werden. Daneben wird ein Projektfonds für die Startfinanzierung interdisziplinärer Forschungsthemen eingerichtet.
  • TU Kaiserslautern: Landesforschungszentrum OPTIMAS/Verbrückendes Doktorandenprogramm
    Hauptziel des Landesforschungszentrums ist die Erforschung der Wechselwirkung zwischen Licht, Spin und Materie. Die Fördermittel der Carl-Zeiss-Stiftung werden für die Finanzierung von Doktorarbeiten, die jeweils mindestens zwei Arbeitsgruppen innerhalb von OPTIMAS vernetzen müssen und damit die interdisziplinäre Zusammenarbeit befördern sollen, eingesetzt.
  • Universität Tübingen: Environmental Archaeology – Der Einfluss von Klimawandel auf frühe Gesellschaften
    Die Forschungsarbeiten in Tübingen beziehen sich auf Gesellschaften in Europa und Südwestasien, Untersuchungsperiode ist der Zeitraum ab dem Spätquartär. Durch Beseitigung struktureller Lücken in den Bereichen Geoarchäologie, Archäobotanik, Bioanthropologie und Terrestrische Paläoklimatologie soll die naturwissenschaftlich ausgerichtete Archäologie in Tübingen, die schon jetzt ein Alleinstel-lungsmerkmal in Deutschland darstellt, weiter gestärkt werden.

In das bereits zum dritten Mal ausgeschriebene Nachwuchsförderprogramm der Carl-Zeiss-Stiftung wurden in diesem Jahr 23 Doktoranden, sechs Postdoktoranden und vier Juniorprofessuren an den Universitäten Ilmenau, Jena, Kaiserslautern, Karlsruhe, Mainz, Stuttgart, Tübingen und Ulm zur Förderung neu aufgenommen; das dafür vorgesehene Fördervolumen beträgt 3,3 Millionen Euro. Der thematische Schwerpunkt liegt diesmal bei den Fächern Physik, Mathematik, Informatik und Ingenieurwissenschaften.
Seit Beginn der Ausschreibung des Nachwuchsförderprogramms der Carl-Zeiss-Stiftung im Jahr 2006 werden insgesamt 57 Doktoranden, 20 Postdoktoranden und 12 Juniorprofessuren finanziell gefördert.

Sowohl das Nachwuchsförderprogramm als auch das Programm zur Stärkung von Forschungsstrukturen an Universitäten werden zum Wintersemester 2009/2010 erneut ausgeschrieben.

Die Carl-Zeiss-Stiftung ist eine Beteiligungsträgerstiftung und alleinige Aktionärin der beiden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Entsprechend der Vorgabe des Gründers der Stiftung, des Physikers Ernst Abbe, dienen die jährlichen Ausschüttungen der Unternehmen an die Stiftung der Wissenschaftsförderung. Nach dem Statut beschränkt sich die Fördertätigkeit der Carl-Zeiss-Stiftung auf die drei Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen, in denen die Stiftung oder die Stiftungsunternehmen ihren Sitz haben. Thematisch konzentriert sich die Fördertätigkeit auf den Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Weitere Informationen zur Carl-Zeiss-Stiftung und bereits geförderten Projekten können auf der Website der Stiftung unter www.carl-zeiss-stiftung.de abgerufen werden.