6 Mio. EUR für neue Schwerpunkte in der Forschung

Carl-Zeiss-Stiftung erhöht ihr jährliches Fördervolumen auf über 9 Mio. EUR

Seit dem Jahr 2007 fördert die Carl-Zeiss-Stiftung auf der Grundlage von ausgeschriebenen Programmen in einem wettbewerblichen System unter Einschaltung von Fachgutachtern wissenschaftlichen Nachwuchs und Forschungsvorhaben an Hochschulen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Innerhalb weniger Jahre konnte das Fördervolumen von 3 Mio. EUR (2007) auf inzwischen 9,3 Mio. EUR (2012) verdreifacht werden. Diese erfreuliche Entwicklung verdankt die Carl-Zeiss-Stiftung ihren beiden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss, Oberkochen, und SCHOTT, Mainz, aus deren Gewinnausschüttung sich die Stiftung finanziert.

Als Vorsitzende der Stiftungsverwaltung betont Theresia Bauer die außerordentliche Wichtigkeit einer solchen, die staatlichen Mittel ergänzenden Finanzierung der Wissenschaft: „ Wir müssen uns auf knapper werdende öffentliche Mittel einstellen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel durch Unternehmen und private Förderorganisationen stark wachsende Bedeutung.“
Im Rahmen des Programms zur Stärkung von Forschungsstrukturen an Universitäten, das der strukturellen Verbesserung der Arbeitsbedingungen interdisziplinär aufgestellter Forschergruppen auf dem Weg zur Spitzenforschung dient, werden in diesem Jahr an den sechs Universitäten Ilmenau, Jena, Kaiserslautern, Konstanz, Mainz und Ulm folgende Strukturkonzepte mit jeweils 1 Mio EUR über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert (insgesamt 6 Mio. EUR):

  • TU Ilmenau: Untersuchung von Zellen mit neuartiger hybrider funktionalisierter Biosensorik in drei Dimensionen
    Die Gruppe III-Nitride unterstützen als einziger Halbleiter elektronische, mechanische und optische Sensorkonzepte. Insbesondere die Biokompatibilität eröffnet eine breite Anwendung in den Life Sciences.
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena: Photonische Analytik für die Biomedizin – optische und spektroskopische Technologien für Zell- und Gewebediagnostik
    Durch ein gezieltes Wechselspiel einer breiten Palette an optischen/photonischen und spektroskopischen Technologien sollen Informationen über die chemische Zusammensetzung von Zellen gewonnen werden. Vordringliche Aufgabe ist dabei die Identifizierung geeigneter spektroskopischer Marker und Label.
  • TU Kaiserslautern: Nutzfahrzeugtechnologie der Zukunft – Marktplatz für interdisziplinäre Forschung
    Hier geht es um die Entwicklung von Konzepten für energie- und ressourceneffiziente Nutzfahrzeuge und die Entwicklung von Leichtbauwerkstoffen, die Optimierung von Energie- und Leistungsflüssen im Fahrzeug sowie autonome und Assistenz-Systeme.
  • Universität Konstanz: Ressourcenschonende Wege zu leitfähigen Filmen für neue Anwendungen in energietechnologisch relevanten Systemen (REFINE)
    Ziel dieses Schwerpunktes ist es, Bauteile, die sehr selten vorkommende chemische Elemente enthalten, so fortzuentwickeln, dass sie bei gleicher oder sogar höherer Funktionalität ohne diese seltenen (und teuren) Elemente auskommen.
  • Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Chemische Biomedizin
    Bei diesem Schwerpunkt geht es darum, zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten neue Wirkstoffe aus natürlichen Quellen einzusetzen. Das beginnt mit der Gewinnung von Naturstoffen und führt über deren Strukturaufklärung und Synthese bis hin zur biomedizinischen Anwendung.
  • Universität Ulm: Serious Games – Kompetenzförderung durch adaptive Systeme
    Serious Games stellen ein neuartiges Genre dar, welches seinen eigentlichen Zweck der Kompetenzförderung, der Meinungsbildung oder des Wissenserwerbs mit und durch Elemente eines Spiels vermittelt. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Mechanismen der Adaptivität und Interaktivität bezogen auf die Abstimmung menschlicher und technischer Informationsverarbeitungsprozesse zu optimieren.

Im Nachwuchsförderprogramm 2012, dessen thematische Schwerpunkte diesmal bei der Energieforschung, der Mathematik, Physik und – als übergreifendem Thema – der nachhaltigen Mobilität lagen, werden 28 Doktoranden, sieben Postdoktoranden und drei Juniorprofessuren mit einem finanziellen Volumen von 3,3 Millionen Euro gefördert.

Alle Programme werden zum Wintersemester 2012/2013 erneut ausgeschrieben.

Zur Carl-Zeiss-Stiftung:
Die Carl-Zeiss-Stiftung ist eine Beteiligungsträgerstiftung und alleinige Aktionärin der beiden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Sie wurde 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe in Jena gegründet. Seine Intension war es, aus den Erträgen der Unternehmen Carl Zeiss und SCHOTT Wissenschaft zu fördern. Nach dem heute geltenden Statut konzentriert sich die Fördertätigkeit der Carl-Zeiss-Stiftung auf wissenschaftliche Vorhaben im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften an Universitäten der drei Bundesländer, in denen die Stiftung oder die Stiftungsunternehmen ihren Sitz haben, das sind Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Klaus Herberger
Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung
Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst Baden-Württemberg
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